Webchäschtli: Der Zauberkasten für Internetauftritte
Di. 12.06.2012, 00:00So einfach wie Word ganz nach dem WYSIWYG Prinzip (what you see is what you get): Mit dem CMS «Webchäschtli» will es Adrian Zumbrunnen jedem ermöglichen, auf einfachste Weise eigene Internetseite zu erstellen und zu editieren – in Zukunft womöglich auch in der Cloud. Wir haben uns mit dem venture plan-Absolventen darüber unterhalten.
![]() Adrian Zumbrunnen hat im Dezember 2011 seinen Master in Wirtschaftsinformatik und Informatik an der Universität Camerino und der Fachhochschule Nordwestschweiz absolviert und ist nun nebenbei Projektleiter für Social Media Kampagnen.
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Die Schweiz hat schon immer ein besonderes Faible für IT- und Internetthemen. So war die ETH Zürich und das CERN in Genf auch bei der Entwicklung des Computers und des Internets beteiligt. Mittlerweile ist das Internet nicht mehr wegzudenken und jede Firma, wie oft auch geschäftstätige Einzelpersonen, brauchen eine digitale Visitenkarte. Tools, um sich selbst darum zu kümmern, gibt es bereits, doch die Fahnenstange ist hier längst nicht erreicht. Das will nun ein junges Programmier-Team zeigen, die mit einem innovativen CMS-System die Erstellung und Verwaltung von eigenen Internetseiten für jedermann vereinfachen will. Wir haben uns mit dem Bald-Gründer Adrian Zumbrunnen von Webchäschtli, der gerade den venture plan Kurs absolviert, unterhalten.
«Wie sieht Euer Team aus? Seit wann bastelt Ihr an dem Webchäschtli?»
Adrian Zumbrunnen: «Unser Team besteht aus mir, Adrian Zumbrunnen und einem weiteren Partner. Ich entwickle seit rund 3 Jahren während den Wochenenden und nach der Arbeit die Software. Mein Partner unterstützt mich seit rund einem Jahr in der Konzeption neuer Funktionen und der Umsetzung von Websites. Webchäschtli wird nie fertig sein - es ist wie Mode - es entwickelt sich ständig weiter. Wir haben jetzt jedoch eine erste stabile, volleinsatzfähige Version.»
«Was ist das besondere an Eurem CMS? Kann es auch entsprechend mit Funktionen (wie z.B. Webshop) erweitert werden?»
Adrian Zumbrunnen: «Kurz: es ist die benutzerfreundlichste Lösung. Wenn man einen Brief in Word schreiben kann, kann man nun garantiert auch seine Webseite selber bewirtschaften und die ganze Sache macht sogar Spass. Die Software kann erweitert werden, ist jedoch nicht dafür gedacht. Webchäschtli legt einen hohen Wert auf die User Experience. Zu viele Funktionen lenken unnötig vom Kern ab; der Inhaltserstellung und -aktualisierung.»
«Ist Euer Webchäschtli auch eine wahre Wunderkiste? Wie „professionell“ schauen die Webseiten nachher aus? Gibt es vielleicht schon einen Beispiel-Link?»
Adrian Zumbrunnen: «Klar! Die Professionalität der Webseiten hängt aber in erster Linie von den Wünschen des Kunden und den Fähigkeiten des Grafikers ab. Grundsätzlich können wir sämtliche Designs, die ein Grafiker liefert umsetzen. Ein Beispiel für eine Webseite die mit unserem System realisiert wurde und mobile tauglich ist, wäre www.immobigler.ch. Läuft auf sämtlichen mobilen Geräten und wird zentral über Webchäschtli verwaltet.»
«Habt Ihr bereits Firmen, mit denen ihr zusammenarbeitet oder auch das System testen könnt? Wie sind die Reaktionen?»
Adrian Zumbrunnen: «Wir arbeiten mit der cR Werbeagentur in Basel zusammen. Wir sind im Gespräch mit zwei grösseren Agenturen aus Deutschland, die auch sehr interessiert am System waren. Grundsätzlich erzielten wir bisher bei allen Leuten einen Wow-Effekt.»
«Du bist auch Social Media Experte – wohin geht die Reise? Wie siehst du Zukunft nach dem Börsenstart von Facebook?»
Adrian Zumbrunnen: «Ich hoffe, dass Facebook sich selber treu bleibt und nicht zu stark durch die Investoren beeinflussen lässt. Dies wird wohl ein grosser Challenge für den Social Media Giganten. Facebook sucht bekanntlich auch immer neue Wege wie sie ihre Dienstleistungen monetarisieren können. So wird angeblich eine neue Funktion für Privatanwender angeboten, die es erlaubt, private Timeline-Beiträge prominenter im Newsfeed anzuzeigen. Der Endnutzer müsste dafür einen fixen Betrag vergüten. Ob dies schlussendlich genutzt wird, bleibt offen; zeigt jedoch, dass immer mehr Wege zur Return-Steigerung gesucht werden. Der Grundgedanke ist und bleibt das Abbilden sozialer Beziehungen in einem Online-Netzwerk. Ich bin aber überzeugt, dass die persönliche Kommunikation von Unternehmen mittels der Timeline noch an Wichtigkeit zunimmt.»
«Du machst gerade auch den venture plan Kurs – was hat er bisher für Dich gebracht?»
Adrian Zumbrunnen: «Da ich in meinem Studium an der Fachhochschule Nordwestschweiz viele Inhalte bereits im Entrepreneurship-Kurs hatte, war es für mich grundsätzlich ein genialer Networking Event. Ich konnte dort gute Kontakte knüpfen und meine Geschäftsidee kritisch von Experten evaluieren lassen. Ich stehe seither sogar mit einem potentiellen Investor in Kontakt!»
«Was sind die Inhalte und für wem kannst du den Kurs empfehlen?»
Adrian Zumbrunnen: «Grundsätzlich ist es ein Crashkurs für den Start der eigenen Firma. Man wird in fünf Tagen über die wesentlichsten Aspekten einer Firmengründung informiert. Von der Analyse der Geschäftsidee zum Geschäftsmodell, die Vermarktung, Buchhaltung, Aspekte von geistigem Eigentum sowie des Investor Pitches.»
«Was sind Eure nächsten Steps?»
Adrian Zumbrunnen: «Mögliche Partner suchen, Webseiten umsetzen, ein Portfolio aufbauen, unser CMS weiterentwickeln und eine lässige Firma gründen.»
«Adrian, was sollte in der Welt ebenso einfach sein, wie ab sofort Webseiten machen, dank Eurer Hilfe?»
Adrian Zumbrunnen: «Die Benutzerfreundlichkeit von TV's und dazugehörigen Fernbedienungen sollten endlich mal ein anständiges Niveau erreichen. Aber wahrscheinlich braucht es dazu mal wieder die Hilfe eines angebissenen Apfels.» (grinst)
«Danke Adrian für deine Zeit! Wir wünschen Euch noch viele weitere Wow-Effekte und alles Gute für die Zukunft!»
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